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Isotopenforschung und Kernphysik

Die Gruppe Isotopenforschung und Kernphysik betreibt den Teilchenbeschleuniger "VERA" (Vienna Environmental Research Accelerator), eine moderne Anlage für Beschleuniger-Massenspektrometrie (Accelerator Mass Spectrometry, AMS). Im Mittelpunkt der Forschungsprojekte steht die Untersuchung unserer Welt mittels der "Isotopensprache", wobei langlebige Radioisotope sowohl natürlichen als auch anthropogenen Ursprungs verwendet werden. Wir führen grundlegende Physikexperimente ebenso durch wie eine Vielzahl interdisziplinärer Forschungsprogramme. Forschung an VERA trägt zum Fakultätsschwerpunkt "Physik und Umwelt" bei. Ein weiterer Beitrag zu diesem Schwerpunkt sind Forschungsprogramme zur natürlichen Radioaktivität. Untersuchungen von Kernreaktionen werden in internationaler Zusammenarbeit an Forschungszentren wie dem CERN in Genf (Schweiz) oder dem Institut für Referenzmaterialien und Referenzmessungen der Europäischen Kommission in Geel, Belgien, durchgeführt.

Ausgewogenheit zwischen technischen Entwicklungen und anspruchsvollen Anwendungen ist bei VERA sehr wichtig. Die Anwendungen reichen in viele Bereiche unserer Umwelt, von der Archäologie zur Klimaforschung. Ein Schwerpunkt der Forschung am VERA-Laboratorium ist die wichtige AMS-Anwendung Datierung mit Hilfe des Kohlenstoffisotops 14C. Ein Ziel unserer technischen Entwicklungen ist die Erweiterung der Grenzen der AMS Datierungsmethode, z.B. der Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Probengröße. Die Beteiligung an mehreren international beachteten interdisziplinären Projekten zeigt, dass das VERA-Laboratorium zu den international führenden 14C Datierungslabors gezählt wird. Neben der 14C-Datierungsmethode wird besonderes Gewicht auf AMS-Anwendungen innerhalb der Physik gelegt, d.h. Astrophysik, Kernphysik, atomare und molekulare Physik. Ein weiterer Akzent liegt auf der Detektion der schwersten Radioisotope (236U, 244Pu). Wir arbeiten daran, Beschleuniger-Massenspektrometrie von Radioisotopen im gesamten Bereich der Nuklidkarte zu ermöglichen.

Das natürlich vorkommende radioaktive Edelgas Radon, das zum größten Teil zur Strahlenbelastung durch natürliche Radioaktivität beiträgt, ist Gegenstand von Österreichischen und Europäischen Forschungsprojekten, zu denen wir beitragen.

Die in internationaler Zusammenarbeit durchgeführten Untersuchungen von neutroneninduzierten Kernreaktionen sind vor allem für das Verständnis astrophysikalischer Prozesse sowie für energietechnische Anwendungen von Bedeutung. Die verwendeten Messmethoden sowie AMS ergänzen sich in vielen Fällen.

Mitglieder unserer Gruppe halten Vorlesungen aus den Gebieten der Isotopenforschung und Kernphysik und wirken auch in der allgemeinen Lehre der Fakultät für Physik mit. Jedes Semester bieten wir zwei Praktika an, in deren Rahmen auch Bachelorarbeiten durchgeführt werden können.

Im VERA Seminar berichten Gastvortragende aus dem In- und Ausland, sowie Gruppenmitglieder über ihre aktuellen Forschungsarbeiten.

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Isotopenforschung und Kernphysik

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